Geldstrafen für Wolfstötung verhängt

Für die illegale Tötung eines Wolfes im Dezember 2007 sind gestern vom Amtsgericht Dannenberg gegen die beiden Schützen Strafen ausgesprochen worden.


Ein 46 Jahre alter Jäger soll für seinen tödlichen Schuss 10.800,- Euro zahlen. Ein zweiter Jäger, der mit seinem Schuss den Wolf „nur“ verletzte, ist zu 4000,- Euro Strafe verurteilt worden. Beide entdeckten das hinkende Tier im Verlaufe einer Gesellschaftsjagd im Wendland (Landkreis Lüchow-Dannenberg). Sie gaben an, das Tier von seinem Leiden erlöst zu haben. Nach dem Bundesnaturschutzgesetz darf ein Wolf weder gejagt noch verletzt und auch verwundet nur nach Entscheidung der Naturschutzbehörden getötet werden. Diese hätte aus Sicht der Tierärztlichen Hochschule den Wolf am Leben gelassen. In Hannover war der Wolfsrüde begutachtet und trotz der ersten Verletzung als noch überlebensfähig befunden worden. Beide Jäger haben Einspruch gegen den Strafbefehl eingelegt, so dass es nun zum Gerichtsverfahren kommt, das der NABU mit großem Interesse erwartet.
Die Forderung des Gesetzes nach Entscheidung durch die zuständige Behörde mag zunächst bürokratisch erscheinen. Der Sinn wird jedoch mit Blick auf frei lebende Wölfe in Sachsen verständlich. In der Lausitz lebt eine einäugige und lahmende Wölfin. Nach dem Maßstab den die verurteilten Schützen an den Tag gelegt haben, wäre auch diese Wölfin „von ihren Qualen zu erlösen“ gewesen. Tatsächlich attestiert die Natur ihr jedoch mit jedem erfolgreich aufgezogenen Jungtier absolute Lebensfähigkeit. Die gehandikapte Wölfin ist Mutter eines Rudels und schenkt jährlich Wolfswelpen das Leben.

Der Schütze des ersten Schusses konnte trotz umfangreicher Ermittlung nicht ausfindig gemacht werden. Damit droht ein ganz wesentlicher Vorgang ungeahndet zu bleiben: Der Versuch einen frei lebenden gesunden Wolf zu töten.

Bathen, NABU

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