Stadt Tuttlingen setzt auf Eigenbewirtschaftung

Nach jahrzehntelangen, teilweise harten Auseinandersetzungen der Städtischen Forstverwaltung mit der örtlichen Jägerschaft hat der Gemeinderat der Stadt Tuttlingen am 31.01.2011 eine neue Jagdkonzeption beschlossen. Damit wird es erstmals seit mehr als 150 Jahren möglich sein, die jagdrechtlichen Vorgaben und die Vorgaben der Waldeigentümerin auf großer Fläche umzusetzen.

Die Stadt Tuttlingen (3.500 ha Stadtwald) gehört zu den 10 größten kommunalen Waldeigentümern in Baden-Württemberg. Entsprechend der in Ba-Wü allgemein üblichen Praxis wurden die städtischen Eigenjagdbezirke seit Jahrzehnten mit dem gemeinschaftlichen Jagdbezirk vermischt, danach in Jagdbögen aufgeteilt und verpachtet. Die zu geringe Bejagung des Rehwildes in der Mehrzahl der verpachteten Jagden führte seit Jahrzehnten zu massiven Verbissschäden. Aussagen zu Jagd und starkem Wildverbiss ziehen sich als roter Faden durch alle Forsteinrichtungswerke von 1855 („Da die Fichte rotfaul wird, soll der Tanne größten Vorschub geleistet werden. Dies ist durch die Wildstände stark in Frage gestellt.“) bis 2010 („Insgesamt ist die Verbissbelastung durch Rehwild … drastisch angestiegen. …Insbesondere für den Waldumbau unter höherer Beteiligung der Weißtanne ist die derzeitige Verbisssituation katastrophal …“). Vor allem Weißtanne und Bergahorn werden durch den bevorzugten Wildverbiss herausselektiert und überwachsen.

Die Versuche der Städtischen Forstverwaltung, diesen unhaltbaren Zuständen ein Ende zu setzen, scheiterten aus verschiedenen Gründen. Das Umdenken im Gemeinderat wurde schließlich von der Forsteinrichtung 2010 verursacht. Die Inventurergebnisse (Rasterstichprobeninventur mit permanenten Stichprobenpunkten) belegten, dass der ohnehin starke Wildverbiss nochmals angestiegen war, obwohl sich der Naturverjüngungsvorrat in den vergangenen 10 Jahren von 19% auf 41% mehr als verdoppelt hatte. Diesen Fakten konnte sich der Gemeindrat nicht mehr entziehen. Er beschloss daher, künftig rd. 50% der städtischen Eigenjagdbezirksfläche in Eigenregie zu bewirtschaften und rd. 50% zu verpachten. Dies geschieht selbstverständlich in Zusammenarbeit mit der örtlichen Jägerschaft. Jeder Jäger erhält auf Wunsch einen entgeltlichen Jagderlaubnisschein, der für mindestens 3 Monate und höchstens 1 Jahr gültig ist. In den verpachteten Jagden wird mittels eines weiterentwickelten Pachtvertrages die Erreichung der waldbaulichen Ziele sichergestellt.

Die Stadt Tuttlingen (3.500 ha Stadtwald) gehört zu den 10 größten kommunalen Waldeigentümern in Baden-Württemberg. Entsprechend der in Ba-Wü allgemein üblichen Praxis wurden die städtischen Eigenjagdbezirke seit Jahrzehnten mit dem gemeinschaftlichen Jagdbezirk vermischt, danach in Jagdbögen aufgeteilt und verpachtet. Die zu geringe Bejagung des Rehwildes in der Mehrzahl der verpachteten Jagden führte seit Jahrzehnten zu massiven Verbissschäden. Aussagen zu Jagd und starkem Wildverbiss ziehen sich als roter Faden durch alle Forsteinrichtungswerke von 1855 („Da die Fichte rotfaul wird, soll der Tanne größten Vorschub geleistet werden. Dies ist durch die Wildstände stark in Frage gestellt.“) bis 2010 („Insgesamt ist die Verbissbelastung durch Rehwild … drastisch angestiegen. …Insbesondere für den Waldumbau unter höherer Beteiligung der Weißtanne ist die derzeitige Verbisssituation katastrophal …“). Vor allem Weißtanne und Bergahorn werden durch den bevorzugten Wildverbiss herausselektiert und überwachsen.

Die Versuche der Städtischen Forstverwaltung, diesen unhaltbaren Zuständen ein Ende zu setzen, scheiterten aus verschiedenen Gründen. Das Umdenken im Gemeinderat wurde schließlich von der Forsteinrichtung 2010 verursacht. Die Inventurergebnisse (Rasterstichprobeninventur mit permanenten Stichprobenpunkten) belegten, dass der ohnehin starke Wildverbiss nochmals angestiegen war, obwohl sich der Naturverjüngungsvorrat in den vergangenen 10 Jahren von 19% auf 41% mehr als verdoppelt hatte. Diesen Fakten konnte sich der Gemeindrat nicht mehr entziehen. Er beschloss daher, künftig rd. 50% der städtischen Eigenjagdbezirksfläche in Eigenregie zu bewirtschaften und rd. 50% zu verpachten. Dies geschieht selbstverständlich in Zusammenarbeit mit der örtlichen Jägerschaft. Jeder Jäger erhält auf Wunsch einen entgeltlichen Jagderlaubnisschein, der für mindestens 3 Monate und höchstens 1 Jahr gültig ist. In den verpachteten Jagden wird mittels eines weiterentwickelten Pachtvertrages die Erreichung der waldbaulichen Ziele sichergestellt.

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Siehe Jagdpacht – Eigenbewirtschaftung zum Download

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