Falschaussagen und Irreführungen!

BBV rügt Dr. Vocke
Der Präsident des Landesjagdverbandes Bayern, Prof. Dr. Jürgen Vocke, hat in der „Jagd in Bayern“ Stimmung gegen ein Änderungsvorhaben von Seiten der Arbeitsgemeinschaft der Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbesitzer (ARGE) zu den Ausführungsverordnungen zum Bayerischen Jagdgesetz (AVBayJG) gemacht. Im Kern geht es dabei darum, wer die Kosten der Wildschadensschätzung zu tragen hat.
 

 
 

 

Aus der Jagd in Bayern dazu im Originalton: „BJV Präsident Dr. Jürgen Vocke hat in einem Brief an Staatsminister Josef Miller massiv gegen die geplante Änderung protestiert. Sie „widerspricht allen Kostenregelungen deutscher Gerichtsbarkeiten und ist nach meinem Rechtsverständnis nicht zu akzeptieren“, so Dr. Vocke. Sie sei auch nicht nachvollziehbar.“  (JiB 7-2008 S. 7)

 

 

 

Diese Beurteilung durch den Juristen Dr. Vocke  geht glatt am bestehenden Recht vorbei, wo klar geregelt ist (§ 249 BGB), dass der Verursacher für die Kosten zur Ermittlung des von ihm verursachten Schadens aufzukommen hat. Wer einem anderen etwas kaputt macht, muss den Schaden und die Kosten für die Ermittlung der Schadenshöhe erstatten.

 

Mit diesem Schachzug hat Dr. Vocke – vermutlich in voller Absicht – empörte Reaktionen der Jäger und massive Vorwürfe an den Bayerischen Bauernverband (BBV) ausgelöst.

 

Der Bayerische Bauernverband (BBV) und seine „Arbeitsgemeinschaft der Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbesitzer“ (ARGE) haben inzwischen eindeutig darauf reagiert und den Sachverhalt richtig gestellt. (Rundschreiben der ARGE vom 08.07.2008 + Artikel in BLW 28 vom 11.07.2008 S. 85 „Irreführende Darstellung zur Wildschadensregulierung“)

 

In der ausführlichen und sehr sachlichen Stellungnahme des BBV heißt es: „Die Äußerungen des Präsidenten des Landesjagdverbandes Bayern, Prof. Dr. Jürgen Vocke in seiner aktuellen Mitgliederzeitschrift „Jagd in Bayern“ vom Juli 2008 (…) sind deshalb nicht nachvollziehbar und geben nicht die Tatsachen wieder!“ (Schreiben vom 8.07.2008 S. 2) Anhand mehrerer Einzelpunkte wird aufgezeigt: „Die Aussage Vockes ist falsch …“ (S. 2f) Dem ist nichts hinzuzufügen.

 

Der BBV unterstützt in diesem Zusammenhang eindeutig die Bewegungsjagden, wenn er in Zusammenhang mit den BJV-Seminaren zur Verkehrssicherheit „Aktionismus“ wittert und mutmaßt: „So ist zu befürchten, dass vielmehr wieder Vorbehalte gegen die Durchführung einer Bewegungsjagd geschürt werden, da die erforderliche Verkehrssicherungspflicht als massives Hindernis dargestellt wird.“ (Rundbrief der ARGE vom 08.07.2008 S. 2)

 

Erfreulicherweise erkennt der BBV  deutlich, dass sich der BJV mit Dr. Vocke vielfach gegen die Interessen der Grundeigentümer stellt. So heißt es z.B.: „Dass der Jagdverbandspräsident erneut (Hervorhebung vom Verfasser dieses Artikels) nicht bereit ist, mit den Grundeigentümern zusammenzuarbeiten, zeigt auch die Ankündigung, dass der Jagdverband eigene Empfehlungen zur Schwarzwildbejagung erarbeiten will, ohne Beteiligung der Landwirte.“ (Rundbrief der ARGE vom 08.07.2008 S. 3) Auch hier nichts Neues: Wir hatten Gleiches im großen Stil ja erst vor kurzem, z.B. bei der Novellierung des Bundesjagdgesetzes durch den BJV und DJV ohne Beteiligung der Grundeigentümer.  

 

Interessant ist dabei, dass der auslösende Änderungsentwurf zur AVBayJG nach bisherig gepflegter guter Praxis zunächst intern abgestimmt werden sollte, statt damit stimmungsmachend in die Öffentlichkeit zu gehen. Wer die Vorgehensweise des Landesjagdverbandspräsidenten kennt und durchschaut hat, wundert sich darüber nicht.

 

Dr. W. Kornder

(Vorsitzender des ÖJV Bayern)

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