Sau erlegt!

Sau erlegt. Heut früh um sechs.
Hinterm Sträßchen in den Eichen.
Plötzlich links, ich war perplex,
Schuß gedämpft vom Schnee, dem weichen.

Flaumenleichte, frühe Zeit,
wie von Mörike besungen,
rasch war alles zugeschneit,
doch die Bergung ist gelungen.

Schleppen mußte ich allein.
Rückeweg, und endlos war er!
Dann beim Heben hinten rein
half der nette Schneepflugfahrer.

Grad vom Brötchenkauf zurück,
gratulierte Förster Tilo.
Aufgebrochen wog das Stück
gute 51 Kilo.

Auf dem Weg nach Hause fand
ich Herrn Zimmermann beim Kehren:
„Das war doch jetzt interessant“,
sagte er auf mein Erklären.

Kurz noch zu Frau Köstlins Haus,
streuend seh ich sie dort stehen.
„Leider kann mein Mann nicht raus,
der hätt’s auch sehr gern gesehen.“

Und mein Metzger freut sich sehr,
sehr beglückt ist mein Vermieter,
mein Beständer noch viel mehr,
für den Reim nenn ich ihn Dieter.

Seht mir diese Lüge nach!
Günter heißt er selbstverständlich.
Alles sonst, wovon ich sprach,
ist, das schwöre ich, authentisch.

Manfred Lieser, 19.12.2010

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