Das hessische Luchsprojekt hat sich weiter konsolidiert

Im vergangenen Jahr konnte der Arbeitskreis Hessenluchs seine Präsenz in den Regionen weiter ausbauen. Dieses Aktionsbündnis hessischer Naturschutzverbände unter der Federführung von ÖJV und BUND gibt es seit Mai 2004. Mittlerweile wurden in allen Landkreisen ehrenamtliche Luchsbeauftragte etabliert, die Hinweisen aus der Bevölkerung nachgehen und die gesammelten Daten an das hessenweite Luchsregister des Arbeitskreises weiterleiten. Sie sind vor Ort direkte Ansprechpartner bei allen Fragen zum Luchs. Die hauptamtlichen „Regionalbeauftragten Naturschutz“ von Hessen-Forst sind seit Sommer 2007 in das Luchsmonitoring einbezogen und in ihren Forstbereichen ebenfalls als Luchsbeauftragte tätig. Damit ist gewährleistet, dass auch die Luchshinweise, die den Forstämtern gemeldet werden, in das Register eingehen. Alle Meldungen werden vom Arbeitskreis nach internationalen Kriterien ausgewertet und an die Artenschutz-Datenbank des hessischen Umweltministeriums weiter gegeben. Dies geschieht im Rahmen eines Kooperationsvertrages, der 2007 mit dem Ministerium abgeschlossen wurde.
Im Beobachtungszeitraum August 2006 – Juli 2007 wurden 93 neue Meldungen erfasst. 51 Hinweise stammen aus diesem Zeitraum, 42 waren ältere Nachmeldungen. Im Herbst 2007 wurden auch wieder Jungluchse gesehen:
Im Oktober querte eine Luchsin mit zwei Jungen eine Bundesstraße im Rheingau-Taunus-Kreis und im November wurden im Landkreis Marburg-Biedenkopf zwei Luchse von einer Pfadfindergruppe aufgescheucht. Auch hier dürfte es sich um eine Luchsin mit einem fast ausgewachsenen Jungtier gehandelt haben. Beide Beobachtungen waren nachvollziehbar. Die typischen Luchsmerkmale wurden eindeutig erkannt. Das ist kein Nachweis im strengen Sinne, aber ein deutlicher Hinweis darauf, dass sich die Luchse in Hessen auch fortpflanzen. Drei Jungluchse in zwei Landkreisen belegen nun noch nicht eine lebensfähige Population. Sie zeigen aber, dass man es zumindest dort nicht mit isolierten Einzeltieren zu tun hat. Das gilt auch für den Main-Kinzig-Kreis, wo bereits im Juni 2005 eine Luchsin mit Jungtier beobachtet wurde.

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