Keine verhärteten Fronten beim Runden Tisch: Jäger und Tierschützer im Saarland verhandlungsbereit­

Pressemitteilung vom 24.06.2010 – 18:00 Uhr

Sollen Jäger auch in Zukunft Hunde und Katzen schießen?
Sollen Jäger weiterhin so genanntes Raubwild (z.B. Baummarder, Iltis und Wiesel) mit Fallen fangen und danach töten?
Sollen Jagdhunde weiterhin an lebenden Tieren, das heißt der Ente und dem Fuchs ausgebildet werden?
Dies waren Fragen die beim ersten Treffen der vom Umweltministerium initiierten Gesprächsrunde von Tierschutz- und Jagdverbänden im Saarland erörtert wurden.

Die Vertreter der Jagdverbände haben bei einer Reihe von tierschutzrelevanten Themen Kompromissbereitschaft signalisiert. Von einem völligen Verzicht auf Haustierabschüsse, Fallenjagd und die Ausbildung von Jagdhunden an der lebenden Ente und dem Fuchs, bis hin zu deutlichen Einschränkungen der bisherigen Praxis reichten die Vorschläge der Jagdverbände.

Als tierschutzwidrig und nicht vereinbar mit dem verfassungsgemäßen Grundsatz, Tiere nur aus vernünftigem Grund töten zu dürfen, bezeichneten die Vertreter der Tierschutzorganisationen diese Jagdmethoden, die sie deshalb strikt ablehnen.

Über die diskutierten Punkte hinaus forderten die Tierschützer ein Verbot der Baujagd auf Fuchs und Dachs und verwiesen auf eine aktuelle wissenschaftliche Untersuchung aus der Schweiz, die diese Jagdform aus Gründen des Tierschutzes und aus tierseuchenrechtlichen Erwägungen sehr deutlich in Frage stellt.

Umwelt-Staatssekretär Klaus Borger, der Moderator des Runden Tisches, zeigte sich mit diesen ersten Gesprächsergebnissen zufrieden: „Der erste Runde Tisch hat bewiesen, dass es auch bei anscheinend unvereinbaren Positionen möglich ist, miteinander statt übereinander zu sprechen.“ Alle Teilnehmer hätten Bereitschaft gezeigt, aufeinander zuzugehen.

Die Vertreter der Tierschutz- und Jagdverbände im Saarland wollen trotz vieler nach wie vor konträrer Positionen das Forum Runder Tisch auch weiterhin nutzen, um miteinander im konstruktiven Gespräch zu bleiben.

Teilgenommen haben Vertreter des Deutschen Tierschutzbundes, des Wildtier und Artenschutz Saar (WITAS), der Tierfreunde Saar, der Vereinigung der Jäger des Saarlandes, des Wildschutzverbands-Landesgruppe Saarland und des Ökologischen Jagdverbandes.

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