Gesetzesnovelle Jagdrecht ist ein Schritt in die richtige Richtung

Mit dem dieser Tage veröffentlichten Entwurf zur Novellierung des Landesjagdgesetzes geht die Landesregierung einen richtigen Schritt.

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ÖJV Rheinland-Pfalz

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2 Antworten auf Gesetzesnovelle Jagdrecht ist ein Schritt in die richtige Richtung

  1. Lothar Kernbach sagt:

    Im §1 des Novellierungsentwufes wird unter 1. – 3. lobenswertes zum
    artenreichen und gesunden Wildbestandes ausgeführt, bedrohte Tierarten sollen sogar geschützt werden. Der arglose Leser denkt, prima,das ist doch alles ok;- weit gefehlt! Ab dem § 12 ff geht es der Keatur an`s und um´s Leben, es werden Bewirtschaftungsbezirke (Homelands für Wild und Wildarten ), außerhalb derer auch keine Schonzeiten mehr vorgesehen sind, eingeführt. Waldbau vor Wild (§30), das waldbauliche Betriebsziel geht über das
    Wild, dem doch im §1,2.seine Lebensgrundlage gesichert und verbessert werden sollte.Der §24 verbietet dann auch noch jegliches Füttern und Kirren von Wild. Im §30 wird verfügt, dass alle weiblichen und jungen Stücke der nicht vorkommenden Tierarten zu erschießen sind!
    Als Tierfreund und auch als Jäger( Mietglied im LJV RLP), dem der Schutz der Kreatur wichtig ist, muss ich sagen, dass unser Präsident des LJV und sein Präsidium in der Vorbereitung der Novelle wohl nicht gehört wurden und die Frau Staatsministerin Conrad scheinbar auch keinen Wert auf eine vorbereitende Beratung durch diesen Personenkreis legte. Sollte es anders gewesen sein, hat dieser Personenkreis m.e. versagt.
    Ganz schlimm für die Tiere, die im BJG und LJG aufgeführt sind! Ganz schlimm für die Tiere, die durch das Tierschutzgesetz geschützt werden sollen! Ganz schlimm für den Menschen, und hier besonders für die Jägerschaft in RLP, die Tierschutz leben! Ein böser Sieg für den Kapitalismus, der Profit über alles Andere stellt. Man kann nur hoffen, dass einmal eine bessere Vertretung der Jägerschaft und eine durch Wahl herbeigeführte andere Landesregierung, diese schlimme Novelle, zum Wohl der Tiere, die es betrifft, korrigiert.

  2. Andreas Kinser sagt:

    Der Jagdgesetzentwurf für Rheinland-Pfalz – Offener Brief der Deutschen Wildtier Stiftung an Staatsministerin Conrad

    Sehr geehrte Frau Staatsministerin,

    nachdem Rheinland-Pfalz im vergangenen Winter leider bereits die Jagdzeit auf Rotwild verlängert hat, strebt Ihr Haus nun eine Novelle des Landesjagdgesetzes an. Der vorliegende Entwurf ist jedoch kein Beitrag für ein innovatives, sich an den Prinzipien der Nachhaltigkeit orientierendes Wildmanagement. Der Gesetzentwurf zeichnet sich vielmehr durch Änderungen aus, die die Situation vieler Wildarten verschlechtern wird. Obwohl es im Gesetzeszweck anders formuliert ist, stellt der Entwurf das ökonomische Interesse des Menschen und nicht die Ansprüche der Wildtiere in den Mittelpunkt.

    Ihr Gesetzentwurf zementiert die bisher als Landesverordnung formulierten Bewirtschaftungsbezirke für Rot-, Dam- und Muffelwild jetzt im Gesetz. Wanderungen über teuer bezahlte Grünbrücken wer-den auch zukünftig mit dem Tod bestraft. Dem unübersehbaren Credo „Forst vor Wild“ folgend, soll der Abschuss in erster Linie der Forstwirtschaft dienen. Alternative Maßnahmen zur Vermeidung von Wildschäden werden ignoriert, wie im Fall der rechtlich gesicherten Wildschutzgebiete sogar ersatzlos gestrichen. Dabei ist längst bekannt, dass – vor allem bei Rotwild – Jagdruhe gerade im Winter Schäden am Wald verhindern kann! Die geplante Reduzierung der Mindestpachtdauer von Jagdrevieren wird darüber hinaus dazu führen, dass Jagdpächter zukünftig nicht mehr in die Verbesserung des Lebensraumes investieren werden.

    Einer der wenigen positiven Aspekte des geplanten Gesetzes ist die Pflichtmitgliedschaft in Hochwild-Hegegemeinschaften. Sie können als Körperschaften des öffentlichen Rechtes den hausgemachten Problemen des Rotwildes wie Überpopulation und katastrophaler Sozialstruktur sinnvoll entgegen wirken. Allerdings sollten sie um Vertreter aus Grundeigentum und Naturschutz erweitert werden und zusätzliche Kompetenzen bekommen.

    Damit der verantwortungsvolle Umgang mit den bejagbaren Wildarten nicht auf der Strecke bleibt, bitten wir Sie eindringlich, die beiliegenden Empfehlungen der Deutschen Wildtier Stiftung bei der Überarbeitung des Landesjagdgesetzes zu berücksichtigen. Für eine Zukunft mit Wildtieren.

    Mit freundlichen Grüßen

    Hilmar Freiherr v. Münchhausen Andreas Kinser
    Geschäftsführer Forst- und Jagdpolitik

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