Umfang des Waldbenutzungsrechts

Nach dem Bundesnaturschutzgesetz ist das Betreten des Waldes – egal, wem er gehört – zur Erholung und natur- und landschaftsverträglichen sportlichen Betätigungen in der freien Natur zulässig. Jedoch ist nicht jede sportliche Betätigung im Wald vom Waldeigentümer zu tolerieren. Dessen Eigentumsrechte werden auch durch eine Waldbenutzung beeinträchtigt, die für Natur und Landschaft nicht schädlich ist. Zu dulden ist eine Benutzung daher, auch soweit sie der Sportausübung dient, nur in den durch die gesetzlichen Beschränkungen der Waldbenutzungsrechte gezogenen Rahmen. Nur solche Nutzungen dienen im Sinne der wald-, natur- und landschaftsschutzrechtlichen Betretungsrechte einem Erholungszweck, bei denen dieser für die Benutzung bestimmend oder jedenfalls wesentlich mitbestimmend ist. Bei organisierten sportlichen Massenveranstaltungen (wie Volks- oder Marathonläufen, Autoralleys, oder Wanderritten) mit Wettkampfcharakter und Erhebung von Startgeldern tritt der Erholungszweck soweit in den Hintergrund, dass die gesetzlichen Betretungsrechte nicht mehr eingreifen.

In einem solchen Fall ergriff ein Waldeigentümer Stör- und Sperrmaßnahmen auf Wegen in seinem Wald. Hiergegen wehrte sich der Veranstalter und zog vor das Verwaltungsgericht (VG). Das VG Arnsberg entschied daher mit Beschluss vom 24. 6. 2008, 1 L 303/08, dass sich der Wald-Marathon nicht mehr in den Grenzen der nach den gesetzlichen Vorschriften gestatteten Waldbenutzung bewege.

Eine Rechtsschutzversicherung kann die nicht unerheblichen Prozessrisiken abfedern. Grundsätzlich sollte man seine Ansprüche nicht ohne rechtlichen Beistand verfolgen. Hilfe bei der Anwaltssuche bietet der Deutsche Anwaltsverein unter www.anwaltsauskunft.de.

Rechtsanwalt Frank Richter
anwalt@richterrecht.com
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