Mindener Kormoranurteil stärkt NABU-Position

Verwaltungsgericht untersagt Tötung von Kormoranen im Vogel- und Naturschutzgebiet Weseraue / Baumann: „Parallele zum Radolfzeller Aachried offensichtlich“

Stuttgart – Als Bestätigung seiner Position begrüßt der Naturschutzbund NABU Baden-Württemberg das aktuelle Urteil des Verwaltungsgerichts Minden, nach dem Kormorane im Vogel- und Naturschutzgebiet Weseraue (Nordrhein-Westfalen) nicht getötet oder bei der Brut gestört werden dürfen. „Mit diesem Urteil verschafft das Gericht den Vögeln im Schutzgebietgebiet endlich ihr gutes
Recht. Für unser Berufungsverfahren gegen die Tötung der Kormoranbrut am Bodensee ist das ein gutes Vorzeichen. Die Parallele ist offensichtlich: Kormorane zu töten ist im Schutzgebiet Radolfzeller Aachried genauso illegal wie im Schutzgebiet Weseraue. Die Aktion am Bodensee darf sich deshalb nicht wiederholen“, fordert der NABU-Landesvorsitzende Dr. Andre Baumann.

Wie der NABU begründet auch das Verwaltungsgericht Minden seine Ablehnung der Kormorantötung unter anderem damit, dass durch die Aktion anderegeschützte Vögel im Schutzgebiet ebenso gestört würden. Zudem sieht das Gericht weder die Wirksamkeit noch die Notwendigkeit der Vergrämung als erwiesen an.

Auch beim Radolfzeller Aachried handelt es sich um ein EU-Vogelschutzgebiet sowie um ein Naturschutzgebiet. Das Verwaltungsgericht Freiburg hatte die Klage des NABU gegen die „Kormoran-Aktion 2008“ in der ersten Instanz abgewiesen. Der NABU hat deshalb Berufung eingelegt und erwartet die Verhandlung für Ende des Jahres oder auch erst in 2010.

Im April 2008 hatten Mitarbeiter des Regierungspräsidiums Freiburg auf
Antrag von Fischern und Anglern im Schutzgebiet Aachried die brütenden
Kormorane mit Scheinwerfern von ihren Nestern verscheucht, damit die Eier auskühlen und absterben. Der NABU bezeichnete dieses Vorgehen bereits im Vorfeld als illegal und setzt sich vehement dafür ein, dass Kormorane und andere geschützte Vögel im Vogelschutzgebiet ungestört leben dürfen.

Infos zum Mindener Urteil unter:
www.justiz.nrw.de/Mitteilungen/kein_kormoranabschuss/

Für Rückfragen steht ab 13 Uhr der NABU-Landesvorsitzende Dr. Andre Baumann zu Verfügung unter 01520 / 984 70 11.

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