Revierweise Gutachten

Gemeinsamer Vorstoß von BN, ANW und ÖJV

Wie bereits berichtet machen die die drei Verbände – BN, ANW und ÖJV – gemeinsam einen Vorstoß, die in Bayern probeweise in ausgesuchten Landkreisen eingeführten „Revierweisen Gutachten“ flächendeckend einzusetzen.

Dazu gibt es eine erklärende Begleitschrift aus der Feder von FD a.D. Hans Kornprobst, die für eine geringe Schutzgebühr (1 €) an der Geschäftsstelle des ÖJV Bayern erhältlich ist. Zudem kann sie auf der ÖJV-Homepage heruntergeladen werden Revierweise Gutachten (pdf) .

Wir bitten darum, diese Aktion nach Kräften zu unterstützen. Gerade momentan könnte es gelingen, die Revierweisen Gutachten, die jeden einzelnen Revierinhaber in die Pflicht nehmen, flächendeckend durchzusetzen.

Im Folgenden das von den drei Vorsitzenden unterzeichnete Vorwort:
Es ist alles geregelt, es fehlt nur am Vollzug“ war ein beliebter Ausspruch eines ehemaligen maßgeblichen Ministerialbeamten am Bayerischen Staatsministerium für Landwirtschaft und Forsten, Bereich Forsten. Dieser
Ausspruch trifft für kein Gebiet besser zu als für den Problembereich Wald und Wild. In der Tat fordern das Bayerische Jagdgesetz, das Bayerische Waldgesetz, das Bayerische Naturschutzgesetz und zahlreiche Verordnungen seit
Jahrzehnten ein von Wildschäden (nahezu) unbeeinträchtigtes Aufwachsen der Wälder. Im neuen Bayerischen Waldgesetz wird diese Forderung durch die Festlegung „Wald vor Wild“ demonstrativ präzisiert.

Ungeachtet dieser eindeutigen Gesetzeslage entstehen allein in Bayern nach wie vor jährlich Wildschäden in den Wäldern in der Größenordnung von ca. 40 Millionen Euro. Die in ihren Auswirkungen nicht überschaubaren ökologischen Schäden lassen sich in ihrer Höhe gar nicht beziffern. Dazu kommt, dass zur Bewältigung des Klimawandels die ungestörte natürliche Verjüngung aller einheimischer Baum- und Straucharten eine Mindestvoraussetzung darstellt.

Es macht längst keinen Sinn mehr auf einen Gesetzesvollzug zu vertrauen, eine andere Vorgehensweise ist angesagt. Die Waldbesitzer müssen ihre Rechte und Pflichten als die eigentlichen Inhaber des Jagdrechts wahrnehmen und die Anpassung der Schalenwildbestände auf das waldverträgliche Maß erzwingen. In den Gemeinschaftsjagdrevieren bieten die Jagdgenossenschaften die hierfür geeigneten Organisationen. Die staatliche Forstverwaltung hat die Verpflichtung, diese dabei auf dem Weg der Privatwaldberatung zu unterstützen.

Das nachfolgend beschriebene Verfahren der „Revierweisen Gutachten“ zeigt einen erprobten Weg auf, dem Grundsatz „Wald vor Wild“ zum Durchbruch zu verhelfen.
München im Februar 2009

Prof. Dr.Bund Naturschutz in Bayern
Hubert Weiger
(1. Vorsitzender Bund
Naturschutz Bayern [BN])

Karl Friedrich SinnerArbeitsgemeinschaft Naturnahe Waldwirtschaft
(1. Vorsitzender
Arbeitsgemeinschaft Naturgemäße
Waldwirtschaft [ANW])

Dr.ÖJV Bayern
Wolfgang Kornder
(1. Vorsitzender Ökologischer
Jagdverein Bayern [ÖJV])

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