Illegaler Wolfsabschuss in der Lausitz – kein Kavaliersdelikt und überall in Deutschland möglich

Die im Januar in Sachsen verendet aufgefundene junge Wölfin aus einem der fünf frei lebenden deutschen Rudel, wurde, wie sich nun heraus gestellt hat, mit einem wohl gesetzten Schuss tödlich verletzt. Ein solcher toter Wolf ist immer auch ein Rückschlag für die gesamte deutsche Wolfspopulation, die mit schätzungsweise insgesamt 40 bis 50 Tieren noch nicht sehr stabil ist.
Der Freundeskreis freilebender Wölfe e.V. stellt Strafanzeige gegen Unbekannt.
Wölfe sind durch das Naturschutzgesetz streng geschützt, sie gehören nicht zu den jagdbaren Arten. Wer Wölfe abschießt, oder wie im Falle dieses Tieres regelrecht um die Ecke bringt, macht sich strafbar. „Dem Verantwortlichen müsse bewusst sein, dass wir diese böswillige und selbstgerechte Tat nicht auf sich beruhen lassen werden.“ sagte Uwe Tichelmann, Vorsitzender des Freundeskreises, anlässlich der Bekanntgabe der Ergebnisse des Institutes für Zoo- und Wildtierforschung Berlin nach der Untersuchung des Kadavers. Dennoch bleibe ihm wenig Hoffnung, dass der Schuldige gefunden werde. Das Tier hat u.U. noch ein oder zwei Tage nach der Verwundung gelebt. Möglicherweise wurde es bewusst „nur“ angeschossen, so dass es sich noch vom Tatort und damit von den Beweisen fort schleppen konnte.
Dem Inhaber eines Jagdscheins wurde von der Gesellschaft ein hohes Vertrauen entgegen gebracht. Er trägt deshalb auch eine hohe moralische Verantwortung und darf sich nicht aus niedrigen Beweggründen zur Selbstjustiz verleiten lassen, nur weil er sich unbeobachtet fühlt. Nachdem sich die Wölfe von der Lausitz in Sachsen aus immer weiter als Einzeltiere in der Bundesrepublik ausbreiten und sogar schon bis Schleswig-Holstein, Niedersachen und Hessen vorgedrungen sind, muss einmal mehr bundesweit der Appell an die Jagdverbände gerichtet werden, als anerkannte Naturschutzverbände das Handeln für den Schutz der Natur bei allen ihren Mitgliedern durch zu setzen.

Der Freundeskreis freilebender Wölfe e. V. hat sich 2004 gegründet. Seine Mitglieder kommen aus dem gesamten Bundesgebiet und einigen Nachbarländern. Alle verbindet die Liebe zu den Wölfen und der Wunsch, dass die Rückkehr der Wölfe nach Deutschland gelingen möge. Der Freundeskreis möchte dazu beitragen, dass die Wölfe endlich als so erkannt und anerkannt werden, wie sie wirklich sind: als intelligent, sozial und unverzichtbar für das ökologische Gleichgewicht.

Freundeskreis freilebender Wölfe e.V.
Im Proffgarten 13
53804 Much-Marienfeld
Tel.: 02245-911374

Internet: www.freundeskreis-wolf.de

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