Unter der Gürtellinie: ÖJV Bayern von BJV-Funktionär diffamiert

Der ÖJV Bayern wurde von dem BJV-Bezirksvorsitzenden Manfred Weindl mit Unterstellungen und Falschaussagen diffamiert (nachzulesen unter: Chiemgau-online.de). Der Artikel ist ein Paradebeispiel dafür, wie skrupellos BJV-Funktionäre vorgehen.

Den Aufhänger bildet der Abschuss eines von Menschen aufgezogenen Rehkitzes, das mit einem roten Signalband gezeichnet war. Das Kitz wurde auf einer Jagd, an der der ÖJV nicht beteiligt war, angeschossen. 
Bei dem Versuch eines Fangschusses wurde ihm dann versehentlich der Unterkiefer abgeschossen. Das Tier flüchtet zu dem Hof, wo es von einem Jäger aufgezogen worden war. Dort hat man es zunächst noch lebend fotografiert und dann von seinem Leiden erlöst. Das Foto wurde in der „Jagd in Bayern“ vom Februar 2009 abgedruckt.

Im Folgenden finden Sie meinen Leserbrief, den verschiedene Zeitschriften in unterschiedlicher Länge brachten. 

Dr. W. Kornder

(Vorsitzender des ÖJV Bayern)

Wer im Glashaus sitzt….

Als Vorsitzender des Ökologischen Jagdvereins Bayern darf ich mich kurz zu den üblen Verleumdungen und durchsichtigen Unterstellungen des Herren Weindl äußern:

Der ÖJV bedauert natürlich die tragischen Umstände beim Tod des Kitzes „Felix“. Allerdings ist der ÖJV für die besagte Jagd in keiner Weise verantwortlich, weil er nicht beteiligt war.

Der ÖJV ist keine Gruppe von Wildgegnern. Mitglieder sind Jägerinnen und Jäger, die das Wild in seinem Lebensraum sehen und Rehe und Hirsche so regulieren wollen, dass der Wald wächst und damit die Rechte der Grundeigentümer, der Gesellschaft aber auch des Wildes selbst gewahrt bleiben. Daher seht „Wald vor Wild“ im Bayerischen Waldgesetz.
Nicht nur der ÖJV, auch die Bayerische Forstverwaltung und die Bayerischen Staatsforsten setzen diesen Grundsatz um. Deshalb sind neben Förstern vor allem auch Waldbauern aber auch andere Berufe bei uns vertreten.

Ökologisch orientierte Jäger gibt es nicht nur in Bayern, sondern in der ganzen Bundesrepublik und auch in Österreich, weil auch dort im Wald auf großer Fläche unerträgliche Verbiss- und Schälschäden zu beklagen sind.

Der ÖJV ist ein anerkannter und wichtiger Partner im Meinungsaustausch mit den Natur- und Tierschutzverbänden, den forstlichen Organisationen und auch den Fachministerien. Besonders mit dem Bund Naturschutz in Bayern, der Arbeitsgemeinschaft Naturgemäße Waldwirtschaft und dem Bayerischen Tierschutzbund arbeiten wir seit langem sehr gut zusammen.

Wir setzen keine stumm jagende Hundemeuten, schon gar nicht mit 30 -40 Hunden ein.

Die angeführten angeblich vom ÖJV veröffentlichten Zitate, z.B. vom „toten Reh“ als „gutem Reh“ oder dem Reh „als Mähmaschine des Waldes, auf die es blaue Bohnen hageln muss“, sind erfundene, böswillige Verleumdungen.

Im Gegensatz zum Bayerischen Landesjagdverband, dessen hoher Funktionär Weindl ist, treten wir schon immer für ein grundsätzliches Verbot des Haustierabschusses ein. Die grausigen Bilder von abgeschlachteten Hunden und übel zugerichteten Katzen haben den BJV nicht davon abgehalten ein solches Verbot zu verhindern – letztmalig 2008.
Die vom BJV hoch gerühmte „Weidgerechtigkeit“ stört sich weder am Abknallen von Hunden und Katzen noch am Beschießen von schnell fliegenden Enten in der Dämmerung. Viele Tiere werden dabei nicht sofort getötet sondern nur verletzt. Auch die Fallenjagd wird nicht untersagt, ebenso wenig wie der Abschuss von Elstern und Eichelhähern. Diese Tiere werden damit wie „Ungeziefer“ und „Schädlinge“ behandelt.

Vielleicht möchte Weindl mit seinen Unterstellungen auch vom krassen Versagen des BJV ablenken:

  • Nach nunmehr über 20 Jahren Vegetationsgutachten ist auf großer Fläche in Bayern noch waldgefährdender Verbiss zu beklagen. Naturnahe Waldverjüngung hat oft keine Chance

  • Die Massenvermehrung der Wildschweine, mit der die Schweinepest droht, konnte nicht gestoppt werden.

Der ÖJV sieht sich als Anwalt der Tiere, des Waldes und der ganzen Umwelt des Menschen. Wir wollen, dass künftige Generationen außer Wild auch intakte naturnahe Wälder erleben können und vor den Gefahren der Klimaänderung geschützt werden.

Dr. Wolfgang Kornder
(1.Vorsitzender des Ökologischen Jagdvereins in Bayern e. V)
Ulsenheim 23
91 478 Markt Nordheim
Tel: 09842 95 13 70
Fax: 09842 95 13 71

Kornder@oejv.de
www.oejv.de

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