Bayerns Wälder bald eingezäunt?

BN protestiert gegen elf Kilometer langen Zaun im Oettinger Forst

Am Rand des Oettinger Forstes wurde im Sommer 2008 ein 11km langer Abwehrzaun gegen Schwarzwild gebaut. Die Regierung von Schwaben bestätigte kürzlich die Genehmigung des Landratsamtes Donau-Ries. Der Zaun wurde durch den Eigentümer des Oettinger Forstes, Fürst Oettingen-Oettingen und Oettingen-Spielberg zur Abwehr von Wildschweinen errichtet.

Dies stellt einen bayernweit bisher einzigartigen Präzedenzfall dar. Macht diese Genehmigungspraxis Schule, ist zu befürchten, dass zahlreiche Wälder mit hohem Wildschweinbestand zukünftig eingezäunt werden. Der Wildschweinbestand in Bayern nimmt in den letzten Jahren stark zu. Nach dem bayerischen Naturschutzgesetz ist das Errichten von Zäunen in der freien Landschaft untersagt.

Durch den Zaun ist nicht nur das Landschaftsbild massiv beeinträchtigt, auch wird das Einwechseln wildlebender Tierarten in und aus dem Wald damit unmöglich. Dies betrifft vor allem die Jungtiere, die den Zaun im Gegensatz zu den Elterntieren nicht überwinden können. Der Bund Naturschutz und die umliegende Jägerschaft protestieren scharf gegen diese Maßnahme.

thomas.frey@bund-naturschutz.de

siehe auch hier..

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