Fütterungsempfehlung zur Verbissminderung mitten im ALF Uffenheim

Unter Beisein des ALF-Leiters von Uffenheim wurde bei der Überreichung des BJV „Wald-Wild-Kalenders“ die Fütterung als Mittel zur Verhinderung von Verbissschäden propagiert. Damit wird mitten in einem Bayerischen Amt vor Jungbauern das Gegenteil von dem verbreitet, was nach Meinung und Vorgabe der Bayerischen Fortsverwaltungsbehörde  und wissenschaftlicher Untersuchungen richtig ist. Dass dies unter Beisein des Behördenleiters geschehen kann, macht das Ganze besonders pikant.

Der ÖJV Bayern hatte ja bereits im abgelaufenen Jahr moniert, dass in dem  Hochglanzkalender die vom Bayerischen Freistaat vertretene und gesetzlich vorgeschriebene Haltung „Wald vor Wild“ nirgends zu finden ist. Da dieser Kalender  großteils von der Jagdabgabe finanziert wird, wird das Ganze umso fragwürdiger.

Dass die Verteilung dieses Kalenders ideologisch missbraucht wird, war schon immer klar und wird durch den kurzen Zeitungsbericht zur Überreichung dieses Kalenders vor Jungbauern („Jäger und Bauern sind Partner“, Fränkische Landeszeitung 10./11. Januar 2009, Lokales) nur noch unterstrichen. Dort heißt es: „“Er (Ernst Hahn, Vorsitzender des Jagdschutz- und Jägervereins Uffenheim) brach eine Lanze für die Winterfütterung, was seiner Ansicht nach zu weniger  Verbissschäden führe.“ Von einer Richtigstellung ist nirgends die Rede, bislang erfolgte auch über die Zeitung keine.

Damit liegt ein Aufruf vor, gegen das Bayerische Jagdgesetz zu verstoßen, das Fütterung überhaupt nur in Ausnahmefällen von Notzeiten zulässt und schon gar nicht als Mittel zur Verbissverminderung ansieht. Aber scheinbar können sich manche Gruppierungen in Bayern unwidersprochen und ungestraft auf Behördenplattform solche Aufrufe zum Gesetzesbruch erlauben. Die behördlicherseits und gesetzliche festgeschriebenen Vorgaben werden damit zur reinen Makulatur. Und werden dadurch nicht auch Assoziationen an Filz und Vetternwirtschaft genährt?

 

Dr. W. Kornder

(Vorsitzender des ÖJV Bayern)

09/01/14

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