Behörden können Luchstötungen weder aufklären noch stoppen – Appell an Umwelt- und Innenminister zu handeln

Im Mai dieses Jahres wurde bei Bodenmais im Bayerischen Wald ein weiblicher Luchs tot
aufgefunden. Die Untersuchung ergab, dass die trächtige Katze durch einen Schrotschuss getötet wurde. Nun wurden die Ermittlungen erfolglos eingestellt. Das gesamte Verfahren – fehlende Spurensicherung durch die Kriminalpolizei, viel zu lange Untersuchungszeiträume, späte Anzeige und unklare Zuständigkeiten – zeigt, dass die Verfolgung von Naturschutzkriminalität in Bayern neu organisiert werden muss.
Spaziergänger fanden am 08.05. den erschossenen Luchs am Silberberg nahe der Kleinstadt Bodenmais im Bayerischen Wald. Erst nach langen und unprofessionellen Verzögerungen wurde schließlich Anzeige erstattet und die Ermittlungen begannen. Wichtige Zeugen konnten dann nicht mehr ermittelt werden, Tatortspuren nicht gesichert. Dies war der zweite bekannt gewordenen Fall von illegaler Tötung dieser geschützten Tierart im Bayerischen Wald. 2012 wurde ein weibliches Tier vergiftet, die Aufklärung verlief im Sande. Die Ermittlungen im aktuellen Fall wurden nun auch eingestellt – erfolglos. Der oder die Täter konnten nicht gefunden werden.
Daher fordert ein breites Bündnis mit der Petition „Ehrensache – Naturschutzkriminalität stoppen“ die Bayerische Staatsregierung auf, diesen Bereich völlig neu zu organisieren. Zurzeit machen unklare Zuständigkeiten, fehlende Strukturen und mangelhafte Personalausstattung eine Aufklärung derartiger Straftaten sehr unwahrscheinlich.
Die Gregor Louisoder Umweltstiftung hat mit ihrer „Projektstelle Naturschutzkommunikation“ die Koordination der Unterschriftensammlung zur Petition „Ehrensache – Naturschutzkriminalität stoppen“ übernommen. Claus Obermeier, Vorstand der Stiftung: „Die bayerische Politik muss Anschluss an die internationalen Bemühungen zum Schutz der Artenvielfalt finden. Es ist ein Skandal, wenn in Bayern vom Aussterben bedrohte Arten wie der Luchs wieder ausgerottet werden, während wir gleichzeitig von den viel ärmeren Ländern in Afrika und Asien gigantische
Anstrengungen und wirtschaftliche Einbußen zum Schutz der Natur einfordern. Die bisherige Behördenstruktur ist offensichtlich überfordert.“
Die ausführliche Stellungnahme, Hintergrundinfos, die Unterschriftenlisten zum Ausdrucken und ein Modul zur Onlineunterstützung sind unter www.bayern-wild.de nachzulesen. Unterschriften werden bis Anfang 2014 gesammelt und dann dem Bayerischen Landtag übergeben.
Ansprechpartner für Rückfragen: Stefanie Jaeger, Projektstelle Naturschutzkommunikation
Tel. 089/54212142, bayern-wild@umweltstiftung.com

PETITION UNTERSTÜTZT DURCH
Bund Naturschutz in Bayern e.V., Landesbund für Vogelschutz e.V., Ökologischer Jagdverein Bayern e.V.
Nationalparkpartner Bayerischer Wald e.V., Verein zum Schutz der Bergwelt e.V., WWF Deutschland

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