Polemische Hetzkampagne ist entlarvt: Chefredakteur von „unsere Jagd“ muss gehen!

ÖJV steht für moderne, effektive und tierschutzgerechte Jagdausübung

Wie vor kurzem bekannt wurde, hat der Deutsche Landwirtschaftsverlag (dlv) entschieden, sich vom Chefredakteur der Zeitschrift „unsere Jagd“, Michael Cosack zu trennen. Der Ökologische Jagdverband begrüßt diese Entscheidung, hat er doch in seiner Tätigkeit seit 2010 stark auf die Polemisierung des Blattes gesetzt und so die Gräben zwischen Jägerschaft auf der einen sowie Naturschutz und Forstwirtschaft auf der anderen Seite vertieft.

 Unrühmlicher Höhepunkt war der Artikel „Wenn Ökos hassen“ aus der Ausgabe 2/2013, mit der eine Hetzkampagne mit erfundenen Zitaten, Gerüchten und Unwahrheiten über die Jagdausübung in der Verwaltungsjagd des Landes Mecklenburg-Vorpommern im Müritz-Nationalpark in die Welt gesetzt wurde (s. Beiträge in der ÖKOJAGD 1-2013). Diese Kampagne erfuhr eine Eigendynamik, an deren Ende der zuständige Jagdleiter derzeit für 3 Monate von seinem Posten abgeordnet wurde. Dieser engagiert sich in seiner Freizeit aktiv im Ökologischen Jagdverband (ÖJV). So wurde er von Cosack regelrecht als Feindbild, als „Öko“ mit „Hass“ auf Schalenwild stigmatisiert. Wie weit diese Stimmungsmache reichte, hat sich in einem Artikel des Vorsitzenden der örtlichen Kreisjägerschaft, VolkerKoch, gezeigt, der einen Vergleich des Jagdleiters mit Hermann Göring zog.

In diesem Zusammenhang wurden auch unser Verband und seine Jagdprinzipien immer wieder in völlig inadäquater Weise durch örtliche Jagdfunktionäre, Politiker und Journalisten auf das Übelste angegriffen und weitgehend ohne Sachkenntnis diffamiert.

 

Die immer noch enorm hohen Schalenwilddichten im Müritz-Nationalpark, insbesondere beim Damwild, verhindern auf weiter Fläche die Ansamung und das Aufwachsen von Laubbäumen in den Kiefernwäldern. Der Schutzzweck „natürliche Waldentwicklung“ wird somit in Frage gestellt bzw. unmöglich gemacht. Bezüglich Wildschäden in der Land- und Forstwirtschaft im weiteren Umfeld des Nationalparks wird ständig auch von Jägerfunktionären auf die hohen Wildbestände im Nationalpark verwiesen. Ein Gegensteuern mit effektiven Jagdmethoden ist ohne Alternative!

 Der Ökologische Jagdverband stellt fest:

      Der ÖJV steht für eine moderne, an wildbiologischen und ökologischen Erkenntnissen orientierte Jagdausübung!

      Der ÖJV setzt seine Priorität bei der konsequenten Anpassung der Wildbestände an ihren Lebensraum, damit Wildschäden vermieden werden und sich im Wald alle Baumarten ohne Zaunschutz verjüngen lassen können. In den Nationalparken bedeutet dies das Ermöglichen der vom Schutzzweck angestrebten Walddynamik.

      Die Schalenwildbestände befinden sich großflächig nach wie vor auf sehr hohem Niveau. Viele Jäger sträuben sich aus Eigennutz gegen die dringend notwendige Absenkung.

      In ausgedehnten Waldgebieten sind kurze jagdliche Einsätze auf möglichst großer Fläche mit Drück- oder Stöberjagden das Mittel der Wahl, um die Wildbestände zu begrenzen. Sie sind effektiv und tierschutzgerecht, das Wild wird nur kurze Zeit im Jahr beunruhigt. Eine gute Organisation und der Einsatz geeigneter Hunde führen dazu, dass sich ein Teil der Nachsuchen aus der Jagd heraus erledigt. Alle, die sich über diese Jagdform geringschätzig äußern, waren noch nie dabei, können nicht damit umgehen oder wollen schlichtweg nicht, dass so viel geschossen wird (siehe oben!)

      Der ÖJV steht zur unbedingten Notwendigkeit professioneller Nachsuchen, wenn ein Stück Wild nach dem Schuss nicht sofort gefunden werden kann. Erfahrungsgemäß gehen öffentliche Verwaltungsjagden hier mindestens so akribisch und professionell vor wie vorbildliche private Jagden. Wir haben keinen Grund zu der Annahme, dass dies an der Müritz anders gewesen sein sollte.

 

Wir fordern die private Jägerschaft und die Medien, die sich an Hetzkampagnen beteiligt haben, auf, diese zu beenden. Die Jägerschaft muss endlich sachlich ihren Aufgaben zum Wohle von Wald, Wild, Natur und des mit ihr arbeitenden Menschen nachkommen. Für sachliche Diskussionsrunden stehen wir jederzeit zur Verfügung.

Wir fordern die Politik auf, endlich die richtigen Prioritäten zu setzen! Es kann nicht sein, dass ein uneinsichtiger Teil der Jagdausübungsberechtigten, die nur 0,3% der Bevölkerung ausmachen, seine Interessen zu Lasten der gesamten Gesellschaft weiterhin einseitig durchsetzt. Engagierte Forstbeamte, die die Forderungen der Wald- und Jagdgesetze sowie der Schutzgebietsverordnungen endlich einmal umsetzen, statt nur zu reden, müssen unterstützt werden!

 

 

 

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