Jagdzeit für Rehböcke im Herbst schaffen

Behm: „Orientierung der Jagdzeiten an der Trophäenjagd muss der Vergangenheit angehören“

„Für die Tatsache, dass Rehböcke laut Bundesjagdzeitenverordnung im Herbst zwischen Mitte Oktober und Ende Dezember nicht gejagt werden sollen, dafür liefert die Bundesregierung nur eine fadenscheinige Begründung, die nicht verdecken kann, worum es bei dieser Jagdzeitenregelung von Anbeginn ging: um eine Regelung im Interesse der Trophäen- und Hegejagd.“ Mit diesen Worten kommentierte Cornelia Behm, Sprecherin für Ländliche Entwicklung und für Waldpolitik der Bundestagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, die Antwort der Bundesregierung auf ihre Schriftliche Frage nach den Gründen für die unterschiedlichen Jagdzeiten für Rehböcke und Ricken. „Die Vorstellung, die Jagd könne und müsse anstelle der Natur durch einen nach Alter und Kondition selektiven Abschuss für eine gesunde Population sorgen, ist doch völlig aus der Zeit gefallen.“

„Wenn sie im Herbst dafür belangt werden können, dass sie anstelle einer Ricke einen Bock geschossen haben, dann ist eine erfolgreiche Jagd im Herbst kaum realistisch, obwohl das Laub gefallen und eine effektive Jagd eigentlich möglich wäre. Die Schaffung einer Jagdzeit für Rehböcke im Herbst ist daher zur Ermöglichung einer natürlichen Verjüngung der Wälder und eines naturnahen Waldbaus längst überfällig. Da die schwarz-gelbe Bundesregierung sich weigert, dies umzusetzen, ist es an den Ländern, dies zu tun,“ fordert Behm. „Die Orientierung der Jagdzeiten an der Trophäen- und Hegejagd muss endlich der Vergangenheit angehören.“

„Darüberhinaus ist zu diskutieren, ob die Jagdzeiten für Rehböcke und Ricken insgesamt angeglichen und auf den Herbst bis zum Anfang des neuen Jahres verkürzt werden sollten. Das viel diskutierte Ziel, die Zeiten der Jagdruhe – im Interesse der Wildtiere, der Natur und vieler Naturliebhaber – auszuweiten, wäre aber nur erreichbar, wenn auch die Jagdzeiten für die anderen Wildtiere entsprechend verkürzt werden. Ob das sinnvoll und nötig ist, diese Diskussion muss geführt werden.“

Jens Dörschel

Wiss. Mitarbeiter, Büro Cornelia Behm MdB,
Sprecherin für Ländliche Entwicklung und für Waldpolitik der Bundestagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Platz der Republik 1, 11011 Berlin
Tel. 030-227 71566, Fax 76165
www.cornelia-behm.de

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