LANDTAGSNEUWAHLEN IM SAARLAND – und wo bitte bleibt die Wald- und Jagdpolitik?

Verein ,,Ökologisch Jagen im Saarland“:

NABU und BUND haben in ihrer gemeinsamen Presseerklärung vom 21.01.2012 (www.nabu-saar.de und www.bund-saar.de) den Nagel auf den Kopf getroffen:
Im Saarland droht eine Rolle rückwärts in der Wald- und Jagdpolitik

Sicherlich, man darf von Landtagsabgeordneten nicht erwarten, dass sie in allen Politikfeldern fundierte Fachkenntnis haben, davon auszugehen wäre vermessen. Wenn sich jedoch Abgeordnete zu einem Thema zu Wort melden, dann sollten entsprechende Äußerungen qualifiziert sein und nicht, wie die der „grünen Experten“ der CDU-Landtagsfraktion, davon Zeugnis geben, dass diese Volksvertreter nicht einmal über mangelhafte Kenntnisse von Wildbiologie und Waldbau verfügen.
Bei so viel schamlos zur Schau getragener Inkompetenz muss man sich, ganz unabhängig von Wald- und Jagdpolitik, tatsächlich Sorgen um die Zukunft unseres Landes machen. In dieser Einschätzung geht der Verein Ökologisch Jagen im Saarland konform mit NABU und BUND.
Hinsichtlich dem Thema Jagd gehen CDU und SPD, aber auch die kleineren Parteien davon aus, dass die Thematik zum einen nur wenige Bürger und Bürgerinnen, sprich Jäger und Jägerinnen betrifft und somit keine größere Anzahl von Wahlstimmen zu ergattern sind, und zum anderen zum Kreis der wenigen Jäger und Jägerinnen etliche einflussreiche Personen gehören, mit denen man es sich nicht verscherzen möchte.
Bei unseren Volksvertretern, Volksvertreterinnen und Regierenden noch nicht angekommen ist die Tatsache, dass Jagd sehr wohl gesamtgesellschaftliche Dimensionen hat. Nicht nur dass die regulierende Jagd wichtig für den Erhalt natürlichen Ressourcen, den Klimaschutz aber auch für den Schutz des Eigentums ist. Auch der Schutz der Tiere spielt löblicherweise eine immer größer werdende Rolle, so dass Bürger und Bürgerinnen nicht weiter hinnehmen werden, dass Tiere ohne vernünftigen Grund getötet werden.
Dem Tier- und Naturschutz verpflichtet fühlen sich immer mehr Bürger und Bürgerinnen, also potentielle Wähler und Wählerinnen. Insbesondere für junge Wahlberechtigte hat Tier-, Natur- und Klimaschutz viel mehr Bedeutung als eine an überholte Traditionen geknüpfte, neue Erkenntnisse stur ignorierende feudalistisch anmutende Jagd.
Wir ökologisch Jagenden befürchten, dass Jagd, wenn sich die Bedingungen nicht ändern, nicht mehr lange gesellschaftlich akzeptiert sein wird. Bereits jetzt ist die – oft begründete -„Jägerfeindlichkeit“ in der Bevölkerung nicht mehr zu überhören. Wenn diese Entwicklung nicht gestoppt wird, werden immer weniger engagierte und handwerklich gut ausgebildete Jäger und Jägerinnen dazu bereit sein, in ihrer Freizeit die Jagd auszuüben.
Die Folgen, auch die wirtschaftlichen (steigende Zahl von Wildunfällen, Zunahme der Wildschäden in Wald und Feld, Negativauswirkungen auf die Biodiversität, steigendes Tierseuchenrisiko usw.), die infolge einer Nichtbejagung für die Gesellschaft entstehen, sind kaum abzuschätzen.
Der Verein ÖJIS fordert daher alle politisch Handelnden auf, sich endlich fundiert und selbstverantwortlich mit dem Thema Jagd zu beschäftigen, Position zu beziehen und die gesetzlichen Bestimmungen so zu gestalten, dass sie den Anforderungen, die das 21te Jahrhundert stellt, gerecht werden.

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