Erfreuliche Bilanz: Luchs-Nachwuchs in Hessen

PM Arbeitskreis Hessenluchs

Die Luchsvorkommen in Hessen haben sich mittlerweile stabilisiert.
Dies geht aus dem gerade vorgelegten „Luchsbericht 2011“ hervor, der vom Arbeitskreis Hessenluchs* im Auftrag des hessischen Umweltministeriums erstellt wurde.
So sei erstmals in Hessen Luchs-Nachwuchs durch Foto und Video nachgewiesen worden. Die Jungtiere wurden im Schwalm-Eder-Kreis dokumentiert. Luchs-Schwerpunkte seien nach wie vor die Waldgebiete der Söhre und des Riedforsts, die südlich von Kassel liegen. Dort gelang es an fünf Standorten Luchse mit Fotofallen nachzuweisen. Dieses „Fotofallenmonitoring“ wird in Zusammenarbeit mit Hessen-Forst realisiert und soll auch 2012 fortgeführt werden.
Auch im Vogelsbergkreis konnte erstmals ein Luchsvorkommen belegt werden. Das Foto gelang einem Jäger. Es bestätigt etliche Sichtbeobachtungen, die in den letzten Jahren aus dem Vogelsberg gemeldet wurden. Ein Nachweis im Werra-Meißner-Kreis ergab sich aus dem Fund weniger Haare, die beim Forschungsinstitut Senckenberg identifiziert werden konnten. Ein Jäger konnte sie bergen, nachdem er einen Luchs von einem Hochsitz flüchten sah. Dieser DNA-Befund passt zu den vielen Beobachtungen im Landkreis.
Als weiterer Schwerpunkt hat sich der Rheingau-Taunus-Kreis herausgestellt. Auch dort wurden mehrfach Jungluchse gesehen. Allerdings gelang es nicht, sie zu fotografieren.
„Auch nach sieben Jahren Luchs-Monitoring lässt sich nicht sagen, wie viele Luchse in Hessen unterwegs sind“, erläutert die Biologin Martina Denk vom Arbeitskreis Hessenluchs,  „denn die meisten Meldungen, die bei uns eingehen, sind Beobachtungen von Spaziergängern, Jägern und Waldarbeitern. Derselbe Luchs kann sich jedoch morgens im Vogelsberg zeigen und nachmittags bereits in der Wetterau sein. Die Luchs-Reviere sind groß und die Tiere sehr mobil. Da kann man Mehrfachsichtungen nicht ausschließen“.
„Allerdings wissen wir jetzt etwas besser, wo die Zuwanderer herkommen“, erklärt Thomas Norgall, Naturschutzreferent des BUND Hessen und einer der Koordinatoren des Arbeitskreises:
„Wir kennen den Wanderweg eines Luchskuders mit GPS-Sender, der aus dem Harz nach Hessen kam. Und wir wissen von einem Luchs im Spessart, der vermutlich 2003 im Bayerischen Wald „besendert“ wurde. Im Harz und im Bayernwald gibt es seit Jahren stabile Luchsbestände. Natürlich ist auch nicht auszuschließen, dass der eine oder andere Luchs aus einem Wildpark entkommen konnte. Das muss gar nicht in Hessen passiert sein. Luchse auf Wanderschaft legen große Strecken zurück.“

*) Der AK Hessenluchs konstituierte sich im Mai 2004 auf Initiative des Ökologischen Jagdvereins  Hessen (ÖJV) und des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland, Landesverband Hessen (BUND). Weitere Trägerverbände sind die Arbeitsgemeinschaft Naturgemäße Waldwirtschaft Hessen (ANW), der Bund Deutscher Forstleute (BDF), die Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON), der Naturschutzbund Hessen (NABU) und die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald Hessen (SDW).

Homepage:    http://www.luchs-in-hessen.de

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